.entry-title { display:none; }

 

Liebe Frau und Mutter,

wie oft sagst du deinem Kind, was DU möchtest?

… zu selten, weil du es selbst manchmal gar nicht weißt?

„Lisa, was möchtest du denn jetzt? Gerade wolltest du doch gehen. Jetzt willst du doch noch bleiben? Na gut, dann bleiben wir noch“.

Lisa ist sechs Jahre jung. Warum soll sie so etwas entscheiden? Ein sechs-jähriges Mädchen soll sagen, was es will. Es soll den Auftakt geben für die ganze Familie, die Geburtstagsfeier der Großmutter zu verlassen. „Ja Mama, lasst uns alle nach hause gehen, ich bin müde!“.

Mal ehrlich, glaubst du wirklich eine solche Antwort wirst du von einer Vorschulklässlerin bekommen?

Wenn eine Sechsjährige ihren Ärger in eine sachliche Ebene bringen könnte, müsste die Kleine ganz klar antworten:“Mama, was willst du denn? Sag es mir, führe mich und setz dich durch!“.

Stattdessen kann sie ihrem Frust innerhalb ihrer eigenen Orientierungslosigkeit nur mit Quengeln Ausdruck verleihen. Sagst du dann vielleicht auch noch so etwas wie: „und jetzt hör mal auf zu quengeln!“?

Solche klein erscheinenden Ungerechtigkeiten passieren jeden Tag sehr oft. Ich erlebe es auf Geburtstagen, beim Bäcker, auf Spielplätzen, in Schuhgeschäften, im Cafe, auf der Straße, am Schuleingang. Eltern kommunizieren auf diese Weise mehrfach am Tag mit ihren Kindern. Manchmal sind sie sich dessen nicht bewusst. Manchmal sind sie es doch, aber wissen nicht, wie sie es ändern sollen. Es sind automatische Antworten. Und dies ist nur eine einfache Beispielsituation.

Dann fange ich meistens an zu phantasieren. In meinen Gedanken träume ich davon, mich einmischen zu dürfen, die Mutter zur Seite zu nehmen und liebevoll zu fragen: Was willst denn du? Ja – was willst du? Schau mal, wenn du als Erwachsene(r) dich selbst nicht entscheiden kannst, ob du gehen oder bleiben möchtest, ja wenn du dich nicht selbst spürst und deinem Gespür Ausdruck verleihst, wie soll ein Kind dann lernen, wie man sein eigenes Empfinden ausdrückt?

Kinder wollen ihre Eltern als selbständige Menschen, als entscheidungsfreudige Führungspersönlichkeiten sehen. Sie lieben es, ihrer Mutter oder ihrem Vater als jemandem zu begegnen, der sagen kann, was er jetzt will, was er gerade für ein Gefühl hat, genau so, was er jetzt gerade nicht will. Sie lieben es, mitzuerleben, wenn die eigene Persönlichkeit hinter Papa oder Mama zu sehen und zu hören ist. Sie lieben es, wenn sie Sätze hören, wie: ich möchte nicht, dass du hier im Raum mit dem Ball spielst. Das ist mir zu laut“. Auch, wenn sie im ersten Moment nicht glücklich sind darüber. Stattdessen hören sie oft an dieser Stelle: „Du bist zu laut! Hör auf damit!“.

Das ist aber komplett etwas anderes. Es ist ein Vorwurf, direkt gefolgt von einem Befehl und er lässt keine weiteren Möglichkeiten offen. In der ersten Variante hat das Kind die Möglichkeit, Alternativen zu finden und hat auch noch Lust dazu, denn es liegt ja nicht daran, dass es „falsch“ ist bzw. dass es einen Fehler gemacht hat. Es hätte die Möglichkeit zu denken:“ah – hier ist es Mama zu laut. Das heißt, wenn ich mit meinem Ball in einen anderen Raum gehe und die Tür zu mache, dann kann ich weiter spielen“.

Ein weiteres Beispiel für die Eltern von Jugendlichen. „Du hängst schon wieder seit Tagen vor dem Bildschirm rum. Daddelst unentwegt und machst hier nichts im Haushalt!“ In diesem Fall geht meine Frage auch wieder an die Mutter: was steckt denn hinter dieser Aussage? Ist dein Sohn ein Versager oder ist er faul? Ist er süchtig? Kriegt er nichts auf die Kette? Du meinst, er solle etwa lieber aufräumen anstatt zu zocken? Die Aussage:“ Du hängst schon wieder…rum“ ist vorwurfsvoll, nicht eindeutig und im Prinzip bedeutungslos. Wahrscheinlich wird er weiter zocken in einer typischen „Lass mich in Ruhe-Haltung“.

Ich verfolge weiter meine Phantasie, mich einmischen zu dürfen und würde die Mutter an dieser Stelle fragen: „was passt dir denn daran nicht? Was geht dir wirklich auf die Nerven?“

Fehlt dir die echte Nähe deines Sohnes vielleicht?

Hast du schon lange keine schöne Zeit mehr mit ihm verbracht?

Vermisst du ihn?

Würdest du gern mal wieder mit ihm einen Ausflug machen?

Oder möchtest du vielleicht mal wieder mehr dein eigenes Reich in geräuschloser Form zur Verfügung haben, wenn er im offenen Wohn-Küchen-Bereich vor der Wii sitzt? Fehlt dir das?

Oder möchtest du gar, dass dein Sohn mal langsam auszieht und sich einen Studienplatz sucht?

Dann sag das! Probiere es mal. Wie würde er wohl reagieren, wenn du vor ihm stehst und ihm gestehst: “ich vermisse dich schon seit längerem. Ich finde es so schade, dass wir schon ewig nicht mehr diese schönen Spaziergänge gemacht haben“ oder „Ich würde so gern mal wieder mit dir zusammen unsere Lieblingspizza backen.“ Oder „Hey, mir fehlt Ruhe in unserem Wohnzimmer. Ich merke gerade, dass ich diese vielen digitalen Geräusche in unserem gemeinsamen Wohnbereich nicht mehr haben möchte. Wie können wir das ändern? Hast du vielleicht selbst einen Vorschlag?“

Was würde selbst dein jugendlicher Sohn wohl darauf antworten? Er ist zwar jugendlich, aber er ist ein Mensch, vermutlich in einer schwierigen Phase und er freut sich, wenn er es spürt, dass er geliebt wird. Dass er vermisst wird. Dass er seiner Mutter als Mensch, als Gegenüber fehlt oder dass er mitkriegt, was du brauchst und dass er an möglichen Lösungen mitarbeiten kann.

Natürlich sagt sich so etwas nicht so einfach. Und wenn eine solche Sprachkultur in bedürfnisorientieren Ich-Sätzen und offenen Fragen noch keinen Platz gefunden hat in deinem und seinem zu Hause, vielleicht hast du Lust, anzufangen, dir eine neue Kommunikationsform anzueignen. Du kannst es üben. Neu lernen – umlernen.

Ich selbst habe es lange geübt und tue es noch. Als Mutter einer 10-jährigen Tochter, glücklich getrennt, habe ich mittlerweile große Freude daran, Kommunikation mit meinem Kind immer wieder neu zu erfinden. Und sie selbst ist mir eine große Hilfe dabei. Was sie mir rückmeldet, ist immer relevant. Sie traut sich, alles zu sagen, was ihr auf dem Herzen liegt und sie gibt mir Rückmeldungen, die oft sehr deutlich mein Fehlverhalten aufzeigen.

Als Beziehungscoach und Qualifizierte Praktikerin der Körperarbeit nach der Grinberg Methode habe ich bisher sehr viele KlientInnen dabei begleitet, über ihren Körper eine neue Kommunikationskultur nicht nur zu ihren Kindern zu entwickeln. Dabei erlebe ich es immer wieder, dass Eltern (vorwiegend Mütter, die damit zu mir kommen) nicht wirklich gut ihre eigenen Bedürfnisse spüren und diese klar und konstruktiv zum Ausdruck bringen. Wenn sie das könnten, wäre Erziehung ein „Kinderspiel“. Das ist aus meiner Sicht eines der großen Erziehungs-Geheimnisse.

Wenn eine Mutter (oder ein Vater) sich selbst klar wird, was sie braucht, wer sie ist, was ihre Interessen oder gar Leidenschaften sind, was ihr wichtig ist im Leben, was ihr fehlt, was sie ärgert, was sie liebt, was sie freut, sogar wovor sie Angst hat. Ja – auch das, dann sehen Kinder den Menschen und die Frau hinter ihrer Mutter. Wenn deine menschlichen und weiblichen (männlichen) Qualitäten immer wieder zum Vorschein kommen und nicht nur der „Mutter-Drache“ vorherrscht, dann wissen die Kinder erleichternd: ah, meine Mutter ist mehr als eine Mutter. Sie ist ein Mensch , eine Frau, jemand, der sich auch mal fürchtet, der Ängste hat, der lieben kann, der auch mal nicht weiter weiß. Puh – dann kann ich selbst ja auch mal nicht weiter wissen. Was für eine Erleichterung. Genau das stärkt Kinder, es gibt ihnen echtes Selbstvertrauen.

Es kann tatsächlich so einfach sein.

Stelle dir vor, du könntest dich eine Zeit lang darin üben und trainieren, wie einen Muskel, der sich trainieren lässt, wie ein Musikinstrument, das du besser und besser beherrscht nach jedem Training. Du könntest es dauerhaft in deinem Körper verankern, nicht nur in deinem Verstand. Ja, es wäre ein klein wenig unbequem, ein bißchen wie „eine Zeit lang ins Fitness-Studio oder zum Joggen zu gehen“, aber es wäre für Dich selbst, für dein eigenes Wohlgefühl und das Wohlgefühl deiner Kinder stellt sich ganz von allein ein.

Du kannst es schaffen, das zu sagen, was du willst und dich dauerhaft körperlich wohler fühlen dabei. Du kannst Schritt für Schritt lernen in deinem Körper zu spüren, was du wirklich brauchst und kannst es einfach und leicht deinen Kindern sagen. Du wirst dein Leben wieder mehr lieben. Deine Kinder werden dich lieben dafür. Dafür werden sie dich wirklich lieben.

Was würdest du sagen, wenn du anhand eines strukturierten Programms in 8 Wochen lernen könntest, liebevoll und auf Augenhöhe mit deinen Kindern zu kommunizieren? Und wenn du dich in diesen 8 Wochen auch noch körperlich dabei wohler fühlen kannst? Und wenn du nach dieser Zeit einen „Koffer voller Werkzeug“ an der Hand hast für die Zeiten, in denen die Kommunikation mal nicht so leicht von Hand geht?

Wenn dich das interessiert und du mehr Informationen darüber möchtest, melde dich an zu einem kostenlosen Skype-Impulsgespräch mit mir: info@evalueg.de.

Ich würde mich freuen, dich kennen zu lernen.

Lebe, lache und liebe – dein Leben mit deinen Kindern.

Herzliche Grüße

Eva Lueg

 

Impressum

 

Impressum