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Es geht dir so richtig gut und dann kommt das Leben unerwartet unangenehm um die Ecke! Kennst du das auch?

Gerade war ich in meine wunderschönen neuen Räumlichkeiten gezogen, da überflutet ein selbst verursachter Wasserschaden meinen mit viel Liebe ausgesuchten Parkettboden, meine eigenen Wände, die Wände des darunter befindlichen Lieblingscafes und auch die des Frisörs nebenan.

Was für ein unangenehmes Gefühl, sein eigenes mit großer Sorgfalt aufgebautes Werk und das der anderen so zu schädigen, auch wenn es ohne Absicht war.

Das klare Denken meiner Freundin, die sofort vor Ort war in Kombination mit meinem Pragmatismus und der spontanen Tatkraft meines Freundes haben wir innerhalb von einem Tag meine Privatwohnung umgeräumt, aufgeräumt, geputzt, entrümpelt und dort ein neues Arbeitszimmer geschaffen.

Die Praxisräume werden jetzt zu einer Baustelle, die sich über ca. zwei Monate hinziehen wird.

Nun, die erste Sinnkrise ist überwunden und meine KlientInnen, die jetzt zu mir nach Hause kommen, sind sehr entspannt damit.

Mein Chaos zu Hause, das ich zwei Jahre vor mir hergeschoben habe, hat rapide abgenommen, der Recyclinghof hat an Müll dazugewonnen und einige Menschen freuen sich über meine aussortieren Dinge.

Und wie es im Leben oft unerwartet so ist, füllt mein Terminkalender sich wie von allein. Immer, wenn die Umstände nicht so perfekt sind, dann ziehe ich Klienten an wie ein Magnet. Als wenn sie mir sagen wollen: “wir brauchen dich nicht in perfekt, wir brauchen dich mit deinen Schwächen, Krisen, Rückschlägen. Wir brauchen dich als Mensch.“

Das ist der Grund, warum ich so gern von mir erzähle und mich damit zeige. Jeder Therapeut würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sagen:“das geht gar nicht! Man darf den Klienten nicht zu viel aus seinem eigenen Privatleben erzählen.“

Doch – ich tue das. Und ich tue das gern. Ich zeige ihnen gern, womit ich hadere und bin immer wieder verwundert über die Reaktionen: “Oh – das erleichtert mich, dass auch du noch daran noch arbeitest!“. Klienten glauben oft, dass Ihr Coach, Therapeut, Praktiker alles schon perfekt kann, voll durchreflektiert ist und alle Themen bis zum Ende bearbeitet hat.

Ich möchte anders damit umgehen und bekenne mich offen: ich mache Krisen durch, genau wie du liebe Klientin / lieber Klient. Ich übe immer noch, Dinge anzusprechen, die mir nicht passen und bin an so mancher Stelle konfliktscheu, wo ich es nicht sein will, ich übe ebenfalls noch, meinen Impulsen zu folgen und ärgere mich, dass ich es wieder nicht getan habe.

Und weil ich mir erlaubt habe, in den ersten zwei Tagen eine tiefe Traurigkeit zu empfinden über den erlittenen Verlust und gerade weil ich die Situation angenommen habe, wie sie ist, bin ich jetzt schon seit einigen Tagen wieder in der Aufwärtsspirale.

Hier die gewonnenen Erkenntnisse aus dieser Krise:

  • das Konzept „Leben und Arbeiten unter einem Dach“ passt super zu mir. Für mich als alleinerziehende Mutter mit einem Haushalt, um den ich mich allein kümmere ist es wunderbar, alles unter einem Dach zu haben. Für die Zukunft also mal ein möglicher Gedankengang.
  • ich gestalte gerne Räume – komme ich doch aus einer Raumausstatter-Familie – und hatte große Freude, meine Wohnung umzugestalten
  • ich gebe gerne Gästen einen Raum und habe große Freude, meine KlientInnen hier zu Hause mal ganz anders zu empfangen als in meinen Praxisräumen.
  • ich bin entspannter in den Sitzungen, weil ich mich hier zu Hause nicht „extra-professionell“ fühlen muss. Ich bin es doch sowieso.
  • mein Freund und ich sind in den letzten zwei Wochen viel mehr zusammen gewachsen, weil wir beide diesen Schaden unabsichtlich verursacht haben und uns große Vorwürfe gemacht haben. Wir verbringen viel Zeit zusammen mit Aufbauarbeiten und entwickeln eine gemeinsame (Gestaltungs)-Liebe zu den Dingen.
  • ich kann zwischendurch spontan Klienten annehmen, die akute Beschwerden haben, weil ich zu Hause bin und meine Tochter nebenan sein kann (meistens ist sie allerdings in der Schule).
  • meine Wohnung ist immer schön aufgeräumt, was für mich ein ungewohnt angenehmer Zustand ist.
  • für meine Tochter ist es das natürlichste von der Welt, dass ich zu Hause KlientInnen empfange und behandele. Es macht mir klar, wie sehr sie mit meiner Arbeit aufgewachsen ist und wie sehr sie diese respektiert.
  • mein Eröffnungsangebot im September habe ich an meine Privatadresse verlegt und es lief ziemlich gut. Es war ja schließlich derselbe Sinn dieser Aktion.

 

Und jetzt kommen die unschönen Nachrichten:

Den Tag der offenen Tür am 23.10.2016 muss ich erst mal absagen. Bis dahin wird die Baustelle nicht fertig.

Meinen neuen Kolleginnen, Carola Jotzo und Janine Knüppel musste ich auch absagen und ich hoffe, dass sie mir bis zum Spätherbst erhalten bleiben.

Meinen geplanten Bewegungskurs ab Ende Oktober werde ich erst mal nicht anbieten.

Doch eines kann ich jetzt schon sagen: mein Gefühl sagt mir ganz klar, dass aus dieser Krise etwas Gutes hervorgehen wird. Und ich bin sehr gespannt, was das sein wird.

Ich liebe Herausforderungen und Neuanfänge. Das hat das Universum (und ich habe bisher nie an das Universum geglaubt) wohl verstanden und bietet mir immer wieder Situationen, um diese Liebe zu leben.

Und jetzt kommt noch eine ganz wichtige Nachricht:

Alle Sitzungen und Coachings finden in den nächsten Wochen in der Dorotheenstr. 17, 45130 Essen statt.

Einen wunderbaren goldenen Spätherbst wünsche ich euch und freue mich, euch in meinen privaten Gemächern zu sehen und euch dort schöne Sitzungen zu geben.

Macht es euch so langsam herbstgemütlich.

Herzliche Grüße

Eva

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