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Manchmal geht es nicht mehr anders. Du stehst morgens auf und weißt: „es ist vorbei! Ich trenne mich!“. ​Dann hast du kurze Zeit später die mehr als unangenehme Verkündung vollbracht ​ und es liegen die nächsten Monate der Ungewissheit vor dir.

​Nun fürchtest du dich vielleicht vor der „Schlammschlacht“, von denen du so viel in deinem Bekanntenkreis gehört hast. Diese vielen unglücklichen Geschichten über Trennungen und wie darin herummanipuliert wird auf dem Rücken der eigenen Kinder. Ja, das ist leider immer noch die traurige Realität.

Aber, hey, ich kann dir sagen: es verändert sich immer mehr. Ich kenne immer mehr Ex-Paare mit und ohne Kinder, die sich im Guten getrennt haben. Immer mehr Menschen bekommen das gut hin und haben die Klugheit und Rücksicht, dass es bei Trennungen nicht nur um sie selbst und deren tiefe Verletzungen geht, sondern um die Kinder, die daraus zurückbleiben und weiterhin beide Elternteile lieben und in ein Familiensystem integriert bleiben wollen. Denn egal, wie jeder der beiden ist: deine Kinder lieben ​beide Elternteile, unabhängig von deren Charaktereigenschaften.

Ich bin selbst seit 9 Jahren von dem Vater unserer Tochter glücklich getrennt. Bei uns herrscht sicher eine ganz besondere Form von glücklicher Trennung: wir sind auch noch beste Freunde, gehen auch ohne Kind zusammen frühstücken und wir besprechen regelmäßig wichtige Familienangelegenheiten (was während unserer Beziehung niemals stattgefunden hat. Auch haben wir nicht so viel zusammen gegessen, wie wir das heute tun). Natürlich streiten wir uns auch ab und zu – übrigens viel heftiger als früher. Denn das war ein Kriterium, das ich ganz furchtbar fand, dass ich mit meinem Mann nicht streiten und Konflikte austragen konnte. ​Doch bitte ​verstehe dies nicht als unmittelbar zu erreichendes "Ergebnis" - hinter uns liegen 9 Jahre der konsquenten Übung.

Doch nicht nur meine eigenen Erfahrungswerte möchte ich heute mit dir teilen, auch die vielen aus meinem Praxisalltag: so viele Menschen habe ich in ihren Trennungsprozessen begleitet und ich kann dir sagen – auch, wenn du es vielleicht makaber findest – ich liebe diese Energie! Diese ganze Energie, die dann frei wird, wenn Paare so lange an ihrem Zusammenbleiben festgehalten haben. Wenn sie schon viele Jahre gelitten und eigentlich nur noch ums „Nicht Aufgeben“ gekämpft haben. Doch schon längst kämpften sie schon nicht mehr um die Liebe selbst oder um einen neuen schönen Lebensentwurf, der sich zu leben lohnt.

Du glaubst nicht, wie magisch dieses Freisetzen von festgehaltener Energie ist. Mitzuerleben, wenn die Wahrheit dann endlich auf dem Tisch ist. Dabei zu sein, wenn die Einzelmenschen dann wieder auf ihren eigenen Weg kommen. Was ich auch liebe, ist diese Nähe, die dann entsteht zu völlig neuen Menschen, ​wenn jeder einzelne seinem Verlustschmerz ​Raum gibt und diesen mit anderen teilt. Ich erlebe das als ein riesen Geschenk, wenn jemand seinen Schmerz auch in den Sitzungen mit mir teilt. Als Gefühls-Expertin ​habe ich die Gabe, ​ den Raum ​für solche Gefühlsmomente zu halten ​ – ohne meine eigenen Reaktionen wie z.B. Mitleid, Beileid, Ablenkung, es positiv reden, wo gerade nichts positiv zu reden ist,  mit hinein zu bringen – und du glaubst nicht, was das für eine Transformation für die persönliche Entwicklung ist. Sie lässt dein Herz weich werden und dich zu einem sanften Menschen dahinschmelzen und alle Masken mal für eine Zeit lang bei Seite lassen. Diese Qualität brauchst du neben all den Grenzen, die du deinem Ex jetzt ggü. setzt, auch. Dieses Weichwerden bringt dich auf deinen Weg, auf deinen Herzensweg. Es zeigt dir, was dir wirklich wichtig ist.

Doch bevor ich jetzt weiter in Schwärmen gerate, möchte ich dir meine fünf Erfolgskriterien offenbaren, die in meiner eigenen Trennung dazu geführt haben, dass diese zu einer sehr glücklichen freundschaftlichen Verbindung geführt hat. ​Und wie schon gesagt, auch die Erfahrungen mit Menschen, die ich begleite sind hier mit involviert. Dabei gehe ich zurück an den Anfang, kurz nach dem die Trennungen frisch waren.

1. Erst mal Single bleiben

Fange nicht sofort etwas Neues an, wenn du dich frisch aus einer langjährigen Beziehung trennst. Erst recht nicht, wenn eine ganze Familie dranhängt. Ich weiß, die Versuchung ist groß, weil ​du ja meistens in diesem Stadium jahrelang auf echte Nähe, Zärtlichkeit, erfüllenden Sex, ein verständnisvolles Gegenüber verzichtet hat. Doch ich kann dir sagen: du bist nicht wirklich sofort offen für eine neue Verbindung, du würdest sie nur als Kompensation benutzen. Ich persönlich bin da vielleicht schon fast "heroisch" (und das muss man nicht imemr so übertreiben wie ich): doch ich wollte meinem neuen Partner diese Verantwortung, dass er jetzt als mein Tröster und Therapeut und Schmerz-Wegmacher fungiert, nicht aufbürden. Denn dann sind die neuen Rollen meistens von Anfang an klar. Der neue Partner sorgt emotional für dich. Das ist nicht auf Augenhöhe und dieses Muster wird sich in der Regel auch nicht wieder ändern in der Neuentwicklung der Beziehung. (​Es sei denn, man lässt sich von Anfang an begleiten). ​

​Warum ist ​diese Zeit mit dir allein so wichtig? ​Sie ist wichtig, um die Chance zu nutzen, herauszufinden, wer du allein nach all den Jahren eigentlich bist. Sie bietet dir auch zu sehen, zu wem du dich entwickelt hast und sie macht dir deutlich, was dir für dein zukünftiges Leben noch wichtig ist, wenn du bewusst darauf schaust. Und was könnte besser sein, als dich von diesem Standpunkt aus nach einiger in eine neue Beziehung zu begeben? Denn dann wirst du nicht wieder das Gleiche wie in deiner alten Verbindung erleben, denn das wolltest du ja nicht mehr.

Du kannst dir Fragen beantworten, wie

​"Wie fühlst du dich an, wenn du in deinen eigenen Orbit kommst?"

"Was ist denn genau das, was du jetzt brauchst?"

"Kannst du den leeren Raum, der jetzt vor dir liegt, auch als Chance begreifen und nicht nur als trostloses Etwas?" (Und kannst du ihn auch einfach erst mal leer lassen, damit ganz organisch etwas neues entstehen kann?)

Kannst du dich darauf einlassen, dich jetzt mit deiner Gefühlswelt zu verbinden, die dich jetzt endlich näher zu dir selbst bringt?

​Denn letzteres ist, so behaupte ich, ist der Grund, warum du dich in deiner Beziehung so entfremdet hast. Du hast die Anbindung an dich selbst verloren. Das ist die einzige selbstverantwortliche Erklärung, die immer richtig ist, egal, ob ich dich kenne oder nicht.


2. Hole dir Unterstützung (am besten beide)

Ich empfehle dir unbedingt, dir Unterstützung zu holen. Zum Glück gibt es heute so viele gute Beziehungs-Coachings und nicht mehr nur Therapieplätze, auf die man sehr lange warten muss.


​Es gibt so vieles, was unterstützenswert ist in dieser Zeit. Nicht nur der Umgang mit Emotionen, mit der Kommunikation, mit der Orientierung, was du denn jetzt eigentlich vom deinem eigenen Leben willst. Nein, auch was mit den Kindern passiert, welcher Umgang jetzt der Angemessene ist, wie die Betreuungsregelung ablaufen soll und vor allem, wie Übergabesituationen mit Mitgefühl und einer verständnisvollen Konsequenz gehandhabt werden können. All das ist mit einem geschulten Blick von außen viel besser zu bewältigen.


Das ist meiner Meinung nach einer der Haupt-Erfolgskriterien, die zu einem guten Trennungs- und Versöhnungs-Gelingen führen.


3. Nimm dir / Nehmt euch Zeit für die Trennung

Ein Trennungsprozess braucht Zeit. Er findet in Phasen statt. Aber er dauert. Das muss man wissen.

Viel zu oft wird erwartet, dass sofort alles klappt und geregelt ist. Wir unterwerfen diesen Prozess einem Schwarz-Weiß-Denken. Doch das gibt es dabei nicht. Das hört im Prinzip genau jetzt auf – denn dieses Alles-oder-Nichts-Denken führt auch ganz oft zur Trennung.

Jetzt heißt es „Kontrolle loslassen“, sich nicht auskennen, nicht wissen, wie es weitergeht, Geduld haben, die Dinge auf sich zukommen lassen.

Nicht alles persönlich, beim Wort und zu ernst nehmen. Denn jetzt rutscht meistens jeder für sich erst mal in seine eigenen kindlichen Verletzungen. Jeder hat seine eigene Geschichte mit dem Verlassen werden, mit dem Verabschieden, mit Verlusten. Und das ist die riesen Chance: diese Anteile haben jetzt die Chance an die Oberfläche zu kommen und zu friedlicheren Anteilen umgewandelt zu werden.  Genau  d a s ist ein Trennungsprozess: bei sich selbst zu schauen, was jetzt gesund werden darf. So viel wie möglich weg von den Beschuldigungen an den anderen. Und das – kannst du dir sicher vorstellen – braucht wirklich Z E I T.

Und wieder: die Kinder nicht zu vergessen. Nicht nur Ihr, sondern auch die Kinder brauchen Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Das darf Schritt für Schritt passieren. Sanft. Bei allen Befreiungsimpulsen – es bedarf einer Balance zwischen Befreiung und immer wieder einen Schritt zurück gehen.

Ich würde auch hier keine 50/50 Betreuungsregelung über’s Knie brechen, sondern schauen, was die Kinder brauchen. Nicht sofort nach dem Gesetz gehen, sondern immer versuchen, ob nicht für die ersten Monate eine individuelle Absprache gelten kann. Vielleicht für 2 oder 3 Monate – dann kann man wieder neu entscheiden.


4. Lerne gut zu kommunizieren

Auch das ist ein Entwicklungsprozess. Ich kann es dir wirklich sagen. Mein Ex-Mann und ich haben da in den ersten Wochen genau die gleichen Marotten am Start gehabt, wie die meisten frisch Getrennten. Nur sachlich über Whatts App – nur das Nötigste. Am besten erst mal gar nicht. Und natürlich auch mit Vorwürfen. Du hast dies nicht, du hast das nicht......!

Mache das gerne ein paar Tage zum Austoben. Doch du wirst sehen, das führt zu nichts mehr, als dass es dich selbst verletzt. Du bist der/diejenige, dem/der es am meisten schadet und wehtut, wenn du so kommunizierst.

Am Anfang existieren so viele alte Gefühle, verletzter Stolz, Wut, Frust. Mit diesen Gefühlen gut zu kommunizieren, ist schon wirklich eine Herausforderung. Doch es geht. Glaub mir. Es braucht ein bißchen Übung.

Ein paar erste Krücken als Empfehlung. Wenn du auch noch so „angepi.....“ bist. Probiere dies:

„Ich möchte nicht, dass .... “
„Ich wünsche mir da jetzt dies und das“

Wenn etwas wichtiges zu besprechen ist:
„Ich möchte mit dir über das Thema xyz reden. Es ist mir wichtig. Hast du diese Woche dafür eine halbe Stunde Zeit für mich?“

Bei wichtigen Dingen lieber telefonieren als über sms oder Whatts App. Das ist zwar unangenehmer, vermeidet aber viel mehr Missverständnisse, für welche die Gefahr jetzt sowieso ziemlich hoch ist.

Mein Ex-Mann und ich haben heutzutage unsere Kommunikation zu einer Meisterschaft entwickelt. Wir wissen genau, wann Pause angesagt ist, wie der andere tickt, wie wir uns liebevoll etwas sagen können und uns auch beieinander bedanken können. Doch es hat gedauert und – es ist möglich. Dies für dich als großer Ausblick: es ist wirklich möglich. Wenn Kinder da sind, kann ich dir sagen: es lohnt sich. Und wird sich positiv auf all deine Beziehungen auswirken.

5. Dankbarkeit / Versöhnung / Abschied erlauben und umsetzen

Das ist wahrscheinlich der schwierigste Teil. Obwohl  - nein, wenn ein paar Monate und das die ersten Verletzungen verklungen sind, dann kann er dank guter Kommunikation immer deutlicher werden:

der Teil, den Ihr zusammen kreiert habt. Das, was Ihr geschaffen habt, den Weg, den Ihr gegangen seid. Allein, wenn Kinder da sind – diese zusammen beim Aufwachsen zu begleiten, auch, wenn es sich vielleicht nicht so oft wie „zusammen“ angefühlt hat – doch das allein verdient Dank und Wertschätzung.

Die guten Zeiten und die guten Dinge anzuschauen, die während eurer Beziehung passiert sind und den Wert, den ihr für euch gegenseitig geschaffen habt, was Ihr voneinander gelernt habt – er ist würdig, sich den mal anzuschauen.

Und sich dann von diesem Teil und auch von dem Teil der Paarbeziehung zu verabschieden. Das tut weh und ist so heilsam zugleich und ein wahres Wunder für deine neuen Beziehungen.

Ich selbst würde niemals wieder mit einem Mann zusammengehen, der sich im Groll von seiner Partnerin getrennt hat. Diese Erfahrung habe ich in den letzten Jahren mit einem Partner als sehr leidvoll erlebt und vor allem erlebt, wie dieser ganze Groll zwischen uns als neues Paar auf einer anderen Ebene gewirkt hat.

Für diesen versöhnlichen Prozess gibt es verschiedene Rituale und Übungen. Man muss sie nicht unbedingt zusammen machen. Sie sind genau so wirksam, wenn man sie allein durchführt.

Apropos „das tut weh“. Das ist auch etwas, das zum Trennungsprozess dazu gehört: der Wechsel zwischen Freiheitsgefühl / Freude auf das Neue  U N D  der aufkommende Schmerz und die Trauer. Beides darf parallel da sein und ist gleichermaßen wichtig und heißt  G A R  N I C H T S  in der Schlussfolgerung. Es ist einfach menschlich, diese Gefühle zu fühlen. Dieses Wechselbad ist absolut normal. Dieser Vorgang hat einen eigenen Raum, Rückzug oder Öffnung verständnisvollen Menschen gegenüber verdient.

Genau so wie die Tatsache, dass man den anderen noch vermissen und auch lieben darf. Es ist nicht unbedingt gleich zu setzen mit „dann muss ich doch wieder zurückgehen“. Nein! Aber natürlich darfst du deinen Ex-Partner noch lieben und ihn auch vermissen. Denn ich meine: „Hey! - Du hast ihn dir vor vielen Jahren ausgesucht! Nicht umsonst. Warum soll das Gefühl für ihn denn jetzt schlagartig aufhören?“. Erlaube dir das, ohne dich davon irreführen zu lassen.

Falls du gerade in einer solchen Situation steckst, wünsche ich dir ganz viel gutes Gelingen, Geduld, vor allem mit dir selbst, Ausdauer, Atem, viele neue Glücksmomente und ganz viel neues, das du an dir entdeckst und vielleicht auch an deinem Ex-Partner. Lerne ihn doch einfach noch mal neu kennen. Das heisst ja nicht, dass du dich wieder verlieben sollst. Manchmal kann es dich sogar in deiner Trennungsentscheidung bestätigen. Doch sei dir bewusst: keiner von euch beiden kennt sich gerade aus. Sei lieb zu euch.

Wenn du das Bedürfnis hast, es dir dabei einfacher zu machen und dich professionell begleiten zu lassen, schreibe mir gerne unter info@evalueg.de und vereinbare dein gratis Orientierungsgespräch. Lass uns darin ein deine Situation sortieren, das tut wahnsinnig gut in dieser Zeit. Du kannst dich auch in meinen Newsletter eintragen. Dort bekommst du in dieser Zeit wertvolle Impulse, die dich stärken und ermutigen werden.

Herzliche Grüße in deinen Neuanfang

 Eva Lueg